Wo technologische Innovation auf pädagogische Verantwortung trifft

Im Jahr 2025 entwickelte sich das KI-LAB zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsraum für den reflektierten und praxisnahen Einsatz von Künstlicher Intelligenz an der BBB. Im Mittelpunkt stand nicht die Technik um ihrer selbst willen, sondern die Frage, wie KI didaktisch sinnvoll, transparent und verantwortungsvoll in Unterricht und Leistungsbeurteilung integriert werden kann. Dabei verband das KI-LAB technologische Neuerungen mit pädagogischer Reflexion und konkreter Unterrichtsentwicklung. 

Ein bedeutender Impuls ging von den neuen Entwicklungen von OpenAI aus. Mit der Einführung der Response-API und des Agents-SDK sowie dem Modell OpenAI o3 wurde deutlich, dass sich KI-Systeme zunehmend von reinen Chatbots zu handlungsfähigen Agenten weiterentwickeln, die komplexe, mehrstufige Aufgaben eigenständig planen und unter Nutzung verschiedener Werkzeuge ausführen können. Diese Entwicklung wurde im KI-LAB nicht nur technisch diskutiert, sondern hinsichtlich ihrer Bedeutung für Lernprozesse, Problemlösekompetenzen und Prüfungsformate kritisch eingeordnet. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einführung und Erprobung von Voice-AI im Bildungsbereich. Lehrpersonen erhielten experimentellen Zugang zu sprachbasierten KI-Anwendungen, mit denen realitätsnahe Gesprächssimulationen für Unterricht und Ausbildung entwickelt wurden. Dabei entstanden Rollenszenarien, Lerncoaches und Feedbacksysteme, die insbesondere kommunikative Kompetenzen und kritisches Nachfragen fördern sollten. In mehreren Workshops wurden solche Anwendungen gemeinsam konzipiert, getestet und weiterentwickelt. Der Fokus lag stets auf didaktischer Einbettung und klar definierten Trainingszielen. 

Mit der Veröffentlichung von Google Veo 3 rückte zudem die Qualität KI-generierter Videos in den Fokus. Die zunehmende Realitätsnähe solcher Inhalte machte deutlich, dass Medienkompetenz und kritische Quellenprüfung künftig noch stärker gefördert werden müssen. Das KI-LAB griff diese Entwicklungen auf und diskutierte sowohl Chancen kreativer Anwendungen als auch Risiken durch Deepfakes und manipulierte Inhalte. 

Parallel dazu beschäftigte sich das KI-LAB intensiv mit Fragen der Leistungsbeurteilung und Prüfungssicherheit. Die Vorstellung einer differenzierten AI Assessment Scale ermöglichte es, den Einsatz von KI je nach Aufgabenstellung transparent zu regeln. Gleichzeitig wurde anhand praktischer Tests – unter anderem mit historischen Texten wie dem Bundesbrief von 1291 – deutlich, dass KI-Erkennungstools keine verlässliche Grundlage für Beurteilungen darstellen. Daraus ergab sich eine klare Haltung: Pädagogische Gestaltung und Transparenz sind zielführender als technische Kontrollinstrumente. 

In einer mehrteiligen Workshop-Reihe entwickelten die Teilnehmenden konkrete Unterrichtselemente wie Lerncoaches, Quizformate, Karteikarten, Feedbacksysteme und KI-gestützte Korrekturhilfen. Diese Anwendungen wurden im Unterricht erprobt und gemeinsam reflektiert. Zur nachhaltigen Sicherung der Ergebnisse wurde ein zentraler Moodle-Kurs eingerichtet, in dem Materialien, Präsentationen und Praxisbeispiele gebündelt zur Verfügung stehen. 

Insgesamt war 2025 ein Jahr der Professionalisierung und strukturierten Weiterentwicklung. Das KI-LAB verband technologische Innovation mit pädagogischer Verantwortung und schuf einen Rahmen, in dem Lehrpersonen Kompetenzen aufbauen, Erfahrungen austauschen und konkrete Lösungen entwickeln konnten. KI wurde dabei nicht als kurzfristiger Trend verstanden, sondern als langfristige Transformation des Lernens, die aktiv gestaltet werden muss. 

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